Recording Diary
The Never Ending Story?
1. Phase: Sommer 2006
Der Grundstein für unser erstes Studioalbum wurde am 10. Juli 2006 gelegt. In fast drei Wochen sollten in dem Chefkochstudio, das liebevoll in Stephans alter Wohnung aufgebaut wurde, circa 14 Songs aufgenommen werden. So war der Plan und deshalb fingen wir auch optimistisch und guter Dinge mit der Arbeit an. Doch wie das Leben halt so ist: Es kommt immer alles anders als man denkt.
Nachdem wir in den ersten eins zwei Tagen vor allem damit beschäftigt waren, das Equipment in dem richtigen Raum an dem richtigen Platz mit dem richtigen Mikrofon an der richtigen Position aufzubauen (immerhin hatten wir nicht nur Stephans Wohnung, sondern auch die seines Nachbarn zu Verfügung), mussten wir uns auch schon mit den ersten technischen Probleme auseinander setzen (Probleme, die im Laufe unserer Odyssee in verschiedenster Art und Weise noch häufiger auftreten sollten). Nach einigen Stunden Kampf mit dem Computer, viel Schweiß und Ausdauer und nicht zuletzt durch Mathias gutem Zuspruch, konnten die ersten Aufnahmen endlich durchgeführt werden.
So gingen die ersten Tage ins Land und außer ein paar "Problemchen" hier und dort, konnten wir die ersten Aufnahmen erfolgreich hinter uns bringen. Angefangen mit den Schlagzeugspuren wurden nach und nach auch Bass und Gitarre eingespielt. Insgesamt konnten wir so in der ersten Woche 4 bis 5 Songs (u.a. Red Sugar, Clarity/Denial) auf unserer Seite verbuchen. Doch am 8. Tag sollte sich alles ändern.
Nach einer durchzechten Nacht bis morgens um 4 Uhr, in der u.a. das Intro von "The City" entstanden ist, begann der Tag erst mal sehr entspannt mit einigen Schlagzeugaufnahmen. Doch schon nach kurzer Zeit bekamen wir Besuch von nebenan. Die (Haus-) Nachbarn von Stephan, die anscheinend in den letzten vergangenen Tagen unsere Aufnahmen nebenan verfolgen durften (an dieser Stelle dafür erst mal Entschuldigung), waren von unserem liebevoll eingerichteten Studio weniger begeistert. Ob es daran lag, dass wir jeden Tag ab 18 Uhr bis spät in die Nacht unsere Instrumente missbrauchten oder ob sie endlich erkannt haben, dass wir auch nach einer Woche Daueraufnahme nicht müde wurden, dies noch eine weitere Woche durchziehen, wir wissen es nicht. Eins war aber klar: hier konnte es nicht weiter gehen. Nach kurzer Besprechung beschlossen wir, unsere Sachen zu packen und die weiteren Aufnahmen in unserem nicht ganz so komfortablen, dafür aber nachbarfreien Proberaum fortzuführen.
Nachdem wir noch am selben Abend unsere Sachen gepackt und sie zurück in den Proberaum gebracht hatten, machten wir uns einen Tag später an den erneuten Aufbau und der Einrichtung unseres neuen Domizils. Noch ein wenig melancholisch, immerhin konnte man sich an den Luxus zweier Wohnungen und des Vorhandenseins einer Playstation gewönnen, wendeten wir uns voller Eifer und Tatendrang den weiteren Aufnahmen zu. So wurde nicht nur auf das Schlagzeug eingeprügelt, sondern auch auf herumstehende Ölfässer und alles was sich sonst noch so anfand.
Die darauf folgenden Tage vergingen, der Speicherplatz auf dem Computer wurde immer weniger und unsere Studiozeit näherte sich dem Ende. Nach ca. einem Monat beendeten wir schließlich unsere erste Aufnahmesession im Studio. 11 Songs konnten während dieser Zeit mehr oder weniger vollständig aufgenommen werden und uns war klar, dass noch sehr viel Arbeit auf uns warten würde. Doch erst mal hieß es für uns wieder: zurück ins richtige Leben.
2. Phase: Erfahrungen sammeln und besser machen.
Wieder zurück im Alltag gingen die Arbeiten am Album nur noch schleppend voran. Zwar wurden weiterhin Spuren aufgenommen und die ersten Songs fürs Internet fertiggestellt (immerhin sollte die myspace-Welt ja auch was Anständiges zum Hören bekommen), jedoch wurde die Zeit, die wir fürs Album investierten, immer weniger. Nicht das wir untätig in der Gegend herumsaßen, nein, unser erstes Konzert stand bevor und dafür musste natürlich ordentlich geprobt werden.
Auf dem ersten folgte bald schon ein weiterer Auftritt, was wiederum zur Folge hatte, dass wir die Arbeit am Album immer mehr nach hinten verschoben. Auch wenn somit das Ziel, eine eigene CD auf den Markt zu bringen, in weiter Ferne rückte, hatte es doch einen schönen Nebeneffekt: wir konnten wieder produktiv sein und neue Songs schreiben.
Etliche Tage und vor allem Nächte vergingen und wir merkten schon bald, dass unser Weg uns in eine doch etwas andere Richtung führen sollte. Das neue Material wurde immer komplexer und anspruchsvoller und auch der Sound hatte schon lange nichts mehr mit dem auf den bisherigen Aufnahmen zu tun. Nachdem eine Handvoll neuer Songs entstanden war, dauerte es auch nicht mehr lange bis erneut das Bedürfnis in uns geweckt wurde an der CD weiter zu arbeiten und die neuen Ideen mit aufzunehmen. Gesagt, getan.
Immer mehr Songs wurden eingespielt und eines wurde dabei immer auffälliger: nicht nur die Qualität der Songs wurde immer besser, auch die der Aufnahmen direkt. Das hatte mehrere Gründe. Zum einen haben wir natürlich im Laufe der Zeit immer mehr Geld für Equipment ausgegeben. So wurden nicht nur neue Instrumente wie Becken, Gitarren und Verstärker gekauft, sondern auch in Mikrofone und andere Aufnahmetechnik investiert. Auch die Tatsache, dass die Aufnahmen nur noch mit Metronom stattfanden, hat enorm zur Qualitätssteigerung beigetragen. Nicht zuletzt konnte sich aber vor allem unser „Chefkoch“ Mathias, der sich in all den Monaten und Jahren immer mehr dem richtigen Mikrofonieren, Sounddesignen und Mixen verschrieben hatte, aus zahlreichen Büchern und Tutorials immer mehr Wissen aneignen.
So kam es wie es kommen musste: wir fingen wieder von vorne an. Viele Songs wurden vom Album gestrichen. Die die übrig blieben, mussten neu aufgenommen werden. Zum Schluss sollten es nur 2 der ursprünglichen 11 Songs auf das Album schaffen: The City und Out Of My Hands.
Fortsetzung folgt...
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